Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Bewährte deutsch-niederländische Zusammenarbeit wird erweitert - Westeremskommission gegründet!

Ausgabejahr 2018
Datum 27.11.2018

Am 1. Juli dieses Jahres ist der Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich der Niederlande über die Nutzung und Verwaltung des Küstenmeeres zwischen 3 und 12 Seemeilen in Kraft getreten. Wie der bereits 1960 geschlossene Ems-Dollart-Vertrag, ist auch der Ems-Küstenmeer-Vertrag kein Grenzvertrag. Der Vertrag regelt, welches Land für die einzelnen Aktivitäten zuständig ist. Anhand einer Linie bestimmt er weiterhin, wie die Zuständigkeiten z.B. bezüglich der Anlagen für erneuerbare Energien sowie Kabel und Rohrleitungen im Gebiet zukünftig verteilt werden. Westlich dieser Linie sind die Niederlande zuständig und verantwortlich, für den östlichen Teil Deutschland. Aktuell wird vom Stromanbieter Tennet zwischen dem Eemshaven und Dänemark ein Stromkabel verlegt. Dieses Kabel verläuft durch das EmsKüstenmeer-Vertragsgebiet.

Im Ems-Küstenmeer-Vertrag ist darüber hinaus festgelegt, dass eine ständige Kommission für Schifffahrtsangelegenheiten im Westerems-Fahrwasser einzusetzen ist.
Die erste Sitzung dieser Westeremskommission mit Vertretern der deutschen und niederländischen Behörden und der angrenzenden Häfen Eemshaven, Delfzijl und Emden findet heute im niederländischen Harlingen statt.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Leiter der deutschen Delegation der Westeremskommission: „Ich bin überzeugt davon, dass wir - wie schon bisher an der Ems – auf niederländischer und die deutscher Seite im Geiste guter Nachbarschaft weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten werden. So schaffen wir die Voraussetzungen für einen partner-schaftlichen und effizienten Zugang zu den Häfen an der Ems.“

Frau Erica Slump HID Rijkswaterstaat Noord-Nederland: „Der neue Vertrag ist eine gute Grundlage für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, zusammen mit den regionalen Partnern wie den Häfen. Der Vertrag bietet auch die Möglichkeit, neue Entwicklungen auf dem Gebiet zum Beispiel der Leichtigkeit der Schifffahrt, Sicherheit und Nachhaltigkeit gemeinsam zu realisieren.“

Die Westeremskommission wird angesichts der Tatsache, dass immer mehr und größere Schiffe in die Häfen der beiden Länder an der Ems ein- und auslaufen, nähere Vereinbarungen über die Betreuung der Schifffahrt und die Verwaltung des Fahrwassers treffen. Zum Beispiel werden beide Seiten ein gemeinsames Verkehrsmanagementsystem einrichten.

Vorgesehen ist, dass die Westeremskommission einmal jährlich abwechselnd in den Niederlanden und in Deutschland tagt.

Westeremskommission Westeremskommission Bild 2 Westeremskommission Quelle: WSV.de