Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Notfallschlepper und Havariebekämpfung

Wir sichern und schützen unsere Küsten

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes unterhält und betreibt eine der weltweit leistungsstärksten Flotten an Mehrzweckschiffen.
Rund um die Uhr sorgen unsere vier Mehrzweckschiffe für die Sicherheit in Nord- und Ostsee.

Die bundeseigenen Spezialschiffe kommen vor allem auch bei Schiffsunfällen zum Einsatz. Im Havariefall sind die Schiffe spätestens innerhalb von zwei Stunden am Unfallort – startklar zum Notschleppen, zur Öl-, Chemikalien- und Brandbekämpfung.
Um auch im Winter den Weg für die Schifffahrt freizuhalten, können die Spezial-schiffe auch zum Eisbrechen eingesetzt werden.

Im Alltag werden Tonnen und andere schwimmende Seezeichen bearbeitet und schifffahrtspolizeiliche Aufgaben - wie die Einhaltung der Verkehrsregeln - kontrolliert.

Zusätzlich zu den eigenen Mehrzweckschiffen hat die Bundesrepublik Deutschland insgesamt vier private Notschlepper gechartert. In der Nordsee ist der Hochseeschlepper Nordic im Einsatz . In der Ostsee sind Notschlepper an den Verkehrsknotenpunkten in Kiel, Warnemünde und Sassnitz stationiert .

Durch Abkommen mit den Nachbarstaaten der Bundesrepublik ist im Einsatzfall eine unbürokratische grenzüberschreitende Hilfe möglich.

Aufgaben der Mehrzweckschiffe im Einsatzfall

  • Notschleppen
    Unter Notschleppen versteht man das Herstellen einer Notschleppverbindung und das Halten eines Havaristen gegen Wind, Strom und Wellen mit dem Ziel, eine Strandung zu verhindern. Voraussetzung dafür sind hervorragende Manövriereigenschaften des Schiffes und eine spezielle Schleppausrüstung.
    Die Stärke eines Schleppers drückt sich über den Pfahlzug aus. Der Pfahlzug beispielsweise der “Neuwerk“ beträgt 110 Tonnen.
  • Schadstoffunfallbekämpfung
    Die Mehrzweckschiffe sind zur Aufnahme von Öl und Chemikalien von der Wasseroberfläche ausgerüstet. Sie verfügen über Tankkapazitäten zur Lagerung der aufgenommenen Schadstoffe an Bord. Zusätzlich können mobile Ölsperren und Leichterungssysteme an Bord genommen werden.
    Zum Schutz von Schiff und Besatzung vor toxischen Substanzen, z.B. bei Ölunfällen sind alle Mehrzweckschiffe mit speziellen Schutzanlagen ausgestattet, die das Schiffsinnere hermetisch von der Außenatmosphäre abschotten.
    Zur Ortung von Wracks oder im Wasser treibenden Objekten, z.B. verloren gegangene Container , sind die Mehrzweckschiffe zusätzlich mit Sonarsystemen ausgestattet.
  • Brandbekämpfung
    Zur Bekämpfung von Bränden auf See sind die Mehrzweckschiffe mit modernen Feuerlöscheinrichtungen ausgestattet. So können z.B. die Feuerlöschmonitore ausgefahren werden.
    Im Einsatzfall werden zusätzlich von den Berufsfeuerwehren der Küstenländer speziell für Schiffsbrände ausgebildete Brandbekämpfungsteams an Bord genommen.
  • Verletztenversorgung
    Für die Versorgung verletzter Personen auf See steht auf jedem Mehrzweckschiff ein Sanitätsraum zur Verfügung, der wie ein Rettungswagen an Land ausgestattet ist.
    Zusätzlich kann ein speziell ausgebildetes Verletztenversorgungsteam, bestehend aus Notärzten und Rettungsassistenten, an Bord genommen werden, so dass eine medizinische Erstversorgung bereits auf See möglich ist.

Alltagsaufgaben der Mehrzweckschiffe

  • Seezeichenbearbeitung
    Die Mehrzweckschiffe sind für das Auslegen, die Wartung und Instandhaltung großer schwimmender Seezeichen zuständig. Für das Einholen und Auslegen der Tonnen kommt dabei ein bordeigener Kran zum Einsatz. Befeuerung, Tonnenkörper sowie Verankerungen (Kette und Stein) müssen regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.
  • Schifffahrtspolizei
    Wie auf der Straße müssen auch auf See Verkehrsvorschriften eingehalten werden. Als Unterstützung unserer Verkehrszentralen beobachten auch unsere Mehrzweckschiffe auf See den Schiffsverkehr und greifen bei Verstößen gegen die Vorschriften schifffahrtspolizeilich ein.